20 September 2017    
 
 
 
   TENT IT UPKubb it UpWas ist Kubb

Die Schlacht der Wikinger

Plötzlich sind sie wieder überall. Auf den Wiesen, in den Parks, an den Ufern von Flüssen und Seen. Barfuss, mit einem Bier in der einen, mit einem Holz-Stab in der anderen Hand. Sie werfen auf kleine Holzpflöcke und applaudieren, wenn einer getroffen ist und fällt. Die Kubb-Saison ist eröffnet.


Das Spiel stammt aus Schweden. Bereits im Mittelalter vergnügten sich dort die Wikinger an den Festen nach ihren blutigen Schlachten bei einer Partie Kubb. Was aussieht wie eine Mischung aus Schach und Boule oder Boccia, symbolisiert eine Schlacht. Ein Kampf zwischen zwei Teams, die mit zwei Armeen aus Holzklötzen um den König kämpfen. Von daher kommt auch der Name «Kubb» – womit nichts anderes gemeint ist als eben genau dieser Holzklotz.


Das Spiel geriet in Vergessenheit und wurde erst 1998 in Schweden wieder entdeckt. 2003 brachten Austauschstudenten das Spiel in die Schweiz – und dann ging es schnell: Bereits 2004 fand das erste Turnier, die «Swisskubb Challenge», statt. Behindertenwerkstätten in Lausanne und Reinach begannen, das Spiel herzustellen.


Inzwischen gibt es in der Schweiz über 10 Turniere, mit einer Schweizer Meisterschaft am Murtensee. Kubb hat in der Schweiz eine grosse Anhängerschaft gefunden, mit den Hochburgen in Basel und Baden.
An den Turnieren spielen meist Dreierteams gegeneinander, in Gruppenphasen und dann im K.O.-System. Dem Sieger winken je nach Turniergrösse Kubb-Sets und Pokale – die grössten beiden Turniere schicken das Sieger-Team gar nach Schweden in die Ferien.
Bereits gibt es, ähnlich wie im Tennis, Ranglisten – und einige Teams, die sich schon an verschiedensten Turnieren durchgesetzt haben, gelten als Favoriten und sind gefürchtet. Jährlich findet in Gotland (Schweden) eine Weltmeisterschaft statt.


Obwohl auch beim Kubben ein gewisser Ehrgeiz Einzug gefunden hat, die Turniere gleichen eher einem gemütlichen Grillfest denn einem Ernstkampf. Hunde spazieren zwischen den Spielfeldern umher, es läuft Musik, es wird gegrillt, und es fliesst Bier in einem grossen und doch kultivierten Rahmen. Die Kubber kennen sich, schütteln sich nach dem Spiel die Hände, gratulieren bei gut geworfenen Hölzern.


Kubb spielen kann wirklich jeder: Egal ob Anfänger oder Crack – vom Vater, der mit seinen Kindern spielt, über die Mitzwanziger Neu-Hippies bis hin zu Rentnern sind alle Typen von Spielfreudigen über die Kubb-Felder verteilt. Und es werden von Jahr zu Jahr immer mehr. Der letzte König ist noch lange nicht gefallen.

Das sind die Regeln

Team A spielt gegen Team B. Beide bestehen aus 1 bis 6 Personen und haben 5 Kubbs auf ihrer Grundlinie. Um den Beginner des Teams auszulosen, werfen beide Teams jeweils ein Holzstab zum König. Das Team, dessen Stab am nächsten beim König liegt, beginnt. In unserem Beispiel ist das Team A. Team A versucht nun, mit 6 Holzstäben möglichst viele Kubbs von Team B umzuwerfen. Dabei darf der Holzstab nur in Schussrichtung rotieren, nicht "propellern". Dann nimmt Team B die gefallenen Kubbs und wirft sie ins Feld von Team A. Ein Kubb gilt als "im Feld", wenn mindestens eine ganze Hochkante im Feld liegt. Ist das nicht der Fall, muss das Kubb nochmals geworfen werden. Landet das Kubb auch beim zweiten Versuch nicht im Feld, darf es von der gegnerischen Mannschaft irgendwo in Ihrem Feld, aber mit mindestens einer Holzstablänge vom König entfernt, aufgestellt werden. Achtung, wirft man den Kubb selbst gleich hinter den König, darf er da platziert werden, auch wenn der Abstand von einer Holzstablänge nicht gegeben ist. Team B muss nun zuerst alle Kubbs im Feld umwerfen, bevor es jene auf der Grundlinie in Angriff nimmt. Bei den geworfenen Kubbs liegt die Herausforderung darin, sie möglichst nahe zueinander zu werfen, damit möglichst viele aufs Mal gefällt werden können. So geht das hin und her. Sind auf einer Seite alle Kubbs gefallen, wird auf den König in der Mitte geworfen. Fällt der, ist das Spiel gewonnen. Ein Spiel dauert zwischen 3 Minuten und 2 Stunden. Kleiner Tipp: Echte Wikinger werfen den Holzstab auf den König mit dem Rücken zum Spielfeld – zwischen den Beinen durch.


Spezial-Regel Tie-Break
Wird im Tie-Break-Modus gespielt, wird nach einer Bestimmten Zeit, normal 20 Minuten, immer der hinterste Kubb im Feld der Mannschaft, die nicht am Zug ist, entfernt. Sind also 20 Minuten um und Team B ist dran, mit Kubbs ins gegnerische Feld zu werfen, tun sie das normal, aber bevor sie dann beginnen, die Kubbs abzuräumen, wird der hinterste Kubb entfernt.


Neuerung bei den Regeln:

Die Spieler rotieren beim Einwerfen der Kubbs. In einem Spielzug wirft ein Spieler sämtliche Kubbs in das gegnerische Feld.
Im „Lucky Loser Turnier“ können die Teilnehmer frei über diese Regel entscheiden.

Copyright © Tent it Up 2011 TENT IT UP